Selbstbestimmt wohnen, gemeinsam leben
SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über das Ardeyer Modell

19.3.2018
Kreis Unna.

„In den eigener vier Wänden wohnen und in der Gemeinschaft leben“ -  Das gehört zum Kerngedanken des Bielefelder Modells, das in den 90er Jahren entwickelt wurde und seitdem bundesweit in vielen Städten Nachahmer gefunden hat. Die Besonderheit des Modells ist: Wohnen im Quartier mit Versorgungssicherheit ohne feste Betreuungspauschale bei Pflegebedarf.
Auch die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft UKBS (Unnaer-Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft) machte sich 2013 auf den Weg, Ideen für eine neue Wohnanlage in der Mitte des Fröndenberger Stadtteils Ardey zu entwickeln, berichtete den Gästen aus der Kreistagsfraktion Geschäftsführer Matthias Fischer. Bereits 2011 hatte sich ein Initiativkreis gegründet, der das evangelische  Gemeindezentrum erhalten wollte. Befragt wurden aber auch die Bürgerinnen und Bürger, wie sie sich einen attraktiven neuen Mittelpunkt von Ardey wünschen. Wichtiger Partner und Stütze des Projekts war von Beginn an der Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey e.V.

Im Spätsommer 2016 war es soweit: Die Wohnanlage der UKBS mit insgesamt 26 barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen wurde eröffnet. Die Bewohner – übrigens nicht nur Senioren – können bei Bedarf ein ergänzendes Angebot von Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das reicht von der täglichen Pflege, über Hilfe beim Einkauf oder im Haushalt. Die Philosophie von Ardey umschreibt Matthias Fischer so: Es handelt sich um lebendiges Quartier, das zusammen mit der Bürgern entwickelt wurde und von ihnen getragen wird.

Das Besondere des Ardeyer Modells: Die Wohnanlage mit dem Service nach Bedarf wurde mit einem generationsübergreifenden Treffpunkt kombiniert. Dazu kommt eine Arztpraxis, ein Apothekendienst, ein ambulanter Pflegedienst, ein Versammlungsraum sowie der  Jugendtreffpunkt „Area 66“ der ev. Kirchengemeinde, ein Geldautomat und natürlich das Dorfcafé „Buntes Sofa“. Das besondere an dem Dorfcafé ist, dass hier alle Angebote, vom Service bis zu kulturellen Veranstaltungen, von Ehrenamtlichen getragen werden-  organisiert vom Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey e.V.

„Das Ardeyer Modell konnte vor allem dank des Engagement unserer Wohnungsbaugesellschaft auf den Weg gebracht werden“, so die Einschätzung von Angelika Chur, Vorsitzende des Kreissozialausschusses. „Wir sehen hier einen lebendigen und attraktiven Stadtteil, in dem sich gut leben lässt und der Zukunft hat“. Zu den Aktivitäten sind nicht nur die Mieter der Anlage, sondern alle Ardeyer eingeladen und diese kommen auch zahlreich – auch aus den umliegenden Dörfern und der Region. Eine Bushaltestelle direkt vor der Haustür garantiert zudem Mobilität jenseits des Autos.

Die Kreistagsabgeordnete für Ardey, Ursula Lindstedt, konnte berichten, dass als ein nächster Schritt die „Neue Mitte Ardey“ noch attraktiver zu gestalten, die Errichtung einer integrativen behindertengerechten Spielanlage gehört.
Für die Sozialdemokraten ist klar: Das Ardeyer Modell kann für andere Kommunen Vorbild sein, wenn Quartiere und Stadtteile an Attraktivität gewonnen sollen.
 

Bildlegende
Die SPD-Fraktion bei der Besichtigung der Wohnanlage Neue Mitte Ardey

Von links nach rechts:
Ursula Lindstedt, Kreistagsmitglied für Ardey(SPD)
Angelika Chur, Vorsitzende des Kreissozialausschusses(SPD)
Jasmin Beisenherz, Mitglied des Kreissozialausschusses
Sabine Leiße, Leiterin der Stabdsstelle Planung beim Kreis Unna
Matthias Fischer, Geschäftsführer der UKBS

 

 

 

 

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