Guten Wohnraum für alle schaffen
Kommunalpolitik der SPD im Kreis im Gespräch mit Thomas Kutschaty

30.10.18

Kreis Unna


Das Problem betrifft viele: Eine gute, bezahlbare Wohnung ist mit einem normalen, klassischen Einkommen oft nicht erschwinglich. Für Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, liegt es auf der Hand: „Hier funktioniert der freie Markt nicht mehr ausreichend.“ Beim Treffen mit SPD-Kommunalpolitikern aus dem Kreis Unna unter Leitung des Kreisvorsitzenden und Mitglied des Landtags Hartmut Ganzke regte er deshalb die Gründung einer neuen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft an.

Aktuell zeigt sich: Vielen Investoren ist der soziale Wohnungsbau nicht rentabel genug. Stattdessen fließt das Geld in Luxusimmobilien in den Bau und die Sanierung von Luxusimmobilien. Die Politik kann deshalb weitere Anreize schaffen, um den sozial geförderten Wohnungsbau zu stärken. Doch reicht das aus? Thomas Kutschaty bezweifelt das. Er sagt: „Wir brauchen eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Dies kann ein stabilisierender Faktor sein.“ Der Landespolitiker kündigte zu diesem Zweck Gespräche mit potenziellen Partnern wie der Ruhrkohle an. „Wir wollen auch ausloten, wie sich der Genossenschaftsgedanke neu beleben lässt.“

Kutschaty nimmt mit seinen Gedanken eine gute Tradition auf: Lange Zeit verfügte das Land NRW über einen eigenen großen Wohnungsbestand – bis die schwarz-gelbe Rüttgers-Regierung vor zehn Jahren 93.000 Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an die private Hand verkaufte. Was dies für die Mieter heißt, schilderte Daniel Heidler, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Kamen: „Viele Menschen in den ehemaligen LEG-Wohnungen sind verunsichert. Für sie hat sich die Situation nicht zum Positiven entwickelt.“
Vor Ort muss es dabei nicht nur darum gehen, neuen sozialen Wohnraum zu schaffen. In vielen Städten gibt es „Schrottimmobilien“ und Objekte, die erhalten und aufgewertet werden können. Matthias Fischer, Geschäftsführer der Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), sieht hierin eine gute Möglichkeit, den Menschen vor Ort guten Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. „Es gibt in allen Städten Objekte, die sich zu erhalten lohnt“, schilderte er.

Eine starke öffentliche Hand vermag hier viel zu leisten – sowohl vor Ort als auch auf Landesebene“, fasste Hartmut Ganzke die Meinung der Kommunalen in der SPD zusammen.

 

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