Kreistagsreport 02.07.2019

02.07.2019

Kreis Unna

Der Kreistag des Kreises Unna tagte am 2. Juli 2019 und befasste sich unter anderem mit folgenden Themen:

Klimaschutz geht alle an
Ein Kreistag im Zeichen des Klimaschutzes: Mit gleich drei Beschlüssen wurde die Dringlichkeit des Themas untermauert. So ruft der Kreis Unna offiziell den Klimanotstand aus und macht auf diese Weise die Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu einem permanenten Kriterium aller künftigen Entscheidungen. Und: In Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen wird ein integriertes Klimaanpassungs- und Klimaschutzkonzept entwickelt. Die auf Kreis- und kommunaler Ebene bislang verwirklichten Einzelmaßnahmen, wie zum Beispiel der schrittweise Umstieg auf E-Mobilität, sollen Bestandteil dieses Konzeptes werden. Auch gilt es zu prüfen, welche Maßnahmen des Kreises – über die bisherigen Klimaschutzbemühungen hinaus – zur Verringerung der Treibhausgasemissionen unmittelbar beitragen können. Klimaschutz soll außerdem zu einem Leitziel der strategischen Steuerung des Kreises werden.

Der Landrat wurde beauftragt, künftig einen jährlichen Bericht über die Auswirkungen der CO2-Emissionen im Kreis Unna zu geben.

Gäste im Kreistag waren Unnaer Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen der Fridays-for-Future-Proteste regelmäßig für den Klimaschutz engagieren. Dort heißt es unter anderem:

• Bis 2035 soll Deutschland vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen.
• Bis 2035 soll die Nettonull erreicht sein – was bedeutet, dass nur die Menge Treibhausgase ausgestoßen wird, die durch natürliche Prozesse wieder aufgenommen wird.
• Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sollen nicht mehr subventioniert werden.

Prüfauftrag zur Zukunft Werkstatt im Kreis Unna beschlossen
Der Kreistag beschloss mehrheitlich zusammen mit der Kreisstadt Unna ein Gutachten zu finanzieren (50 Tsd. Euro), das zum Ziel hat zu überprüfen, ob und inwieweit Maßnahmen und Angebote der Werkstatt in eine Kreisgesellschaft überführt werden können. Damit entspricht der Kreistag einer Bitte aus Unna.

Die Werkstatt ist die wichtigste außerschulische Bildungs- und Beschäftigungseinrichtung im Kreis, die in allen größeren Kommunen aktiv ist (außer Werne) und jährlich über 6.000 Menschen aus den unterschiedlichsten Zielgruppen erreicht. Aktuell sind bei der Werkstatt 500 Mitarbeiterinnen/-er in fünf Gesellschaften beschäftigt. Die „Kernangebotsfelder“ umfassen:
• in der Schule (als präventive Angebote): Schulsozialarbeit, Potenzialanalyse, Berufsorientierung, Bewerbungstraining, Elternarbeit
• nach der Schule (Übergang Schule-Ausbildung): assistierte Ausbildung, Jugendwerkstatt, Produktionsschule, Berufsausbildung, Schulsoziarbeit in Berufskollegs
• nach der Ausbildung (Übergang in Arbeit): Umschulung, Nachqualifizierung, Trainings, Gesundheitsförderung, Beschäftigungsförderung.

Brigitte Cziehso unterstreicht für die SPD-Fraktion, dass das Gutachten ergebnisoffen angelegt sei.

Weiterentwicklung Haus Opherdicke
Der Kreistag beschloss den Umbau des ehemaligen Schafstalls, um die Entwicklung des seit den 1980er-Jahren im Kreisbesitz befindlichen Schlosses weiter zu fördern. So sind dort ein Kunstmagazin, ein Passepartout-Raum, ein allgemeines Lager und ein Aufenthaltsraum geplant. Der Bau einer Werkstatt unterstützt darüber hinaus auch die museumspädagogischen Angebote in Opherdicke.

Durch die Baumaßnahme ergibt sich die Möglichkeit, die Kellerräume des Haupthauses komplett für das Bistro zu nutzen. "Der Umbau des Schafstalls ist somit ein Baustein für die Weiterentwicklung der Gastronomie auf Haus Opherdicke", betont Jens Schmülling für die Sozialdemokraten.

Der Kreistag beauftragte den Landrat, für die Bewirtschaftung des Kulturcafés/Bistros sowie die exklusive Durchführung des Caterings bei Veranstaltungen auf Haus Opherdicke einen geeigneten Betreiber bzw. eine geeignete Betreibergemeinschaft zu suchen. In der Übergangszeit soll es einen Café-Betrieb geben.

Auf dem Weg zum Fairtrade-Kreis
„Der Kreis Unna soll Fair-Trade-Kreis werden und damit ein weiteres deutliches Zeichen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie setzen“, so Norbert Enters im Namen der SPD-Fraktion. Damit folgt er dem Vorbild aller Städte und Gemeinden im Kreis Unna und über 350 Kommunen bundesweit.

Die Kampagne Fairtrade-Towns wurde von dem Verein TransFair initiiert, um den fairen Handel weltweit zu stärken, indem möglichst viele unterschiedliche Akteure für das Thema sensibilisiert werden. Um das Fairtrade-Siegel zu erhalten, muss der Kreis Unna mehrere Kriterien erfüllen: Dazu gehört, dass künftig bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Kreistages sowie im Landratsbüro Fair Trade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel Verwendung finden.

 

Newsletter-Archiv als RSS-Feed