SPD-Kreistagsfraktion will ein Schnellbus-System für den Kreis Unna
Attraktive Alternative zum Auto anbieten

29.11.2019
Kreis Unna

Ein Schnellbus-System soll künftig die Städte im Kreis Unna auf direktem Wege miteinander schneller verbinden, um eine attraktive und umweltfreundliche Alternative zum Auto zu schaffen. Die SPD-Fraktion im Kreistag Unna schlägt unter anderem eine direkte Route vom Lüner Hauptbahnhof über die Bahnhöfe Lünen-Preußen, Kamen-Methler und Unna-Massen zum Bahnhof Unna vor. Ein Gutachten könnte den tatsächlichen Bedarf sowie Fördermöglichkeiten auf dieser und weiteren Strecken prüfen.

„Ein gut aufgestelltes Schnellbus-System im Kreis Unna kann für Berufspendler sehr attraktiv sein. Neben Komfort und Zuverlässigkeit stellt dabei allerdings die Fahrzeit ein wichtiges Kriterium in der Konkurrenz zum Pkw dar“, betont Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso. Deshalb sei es wichtig, Angebote zu machen, die den Vergleich mit dem motorisierten Individualverkehr nicht scheuen müssen.

Die Fahrzeiten auf der Strecke Lünen – Unna könnten in der Tat besser sein. „Es ist nicht gerade verlockend, wenn ich mit der Bahn über Dortmund fahren muss, um nach einer Stunde mein Ziel zu erreichen und mit dem Bus sogar eineinhalb Stunden und länger mit Umsteigen unterwegs bin“, verweist der verkehrspolitische Sprecher Jens Hebebrand auf den Ist-Zustand. „Da ist doch klar, dass die Leute lieber ins Auto steigen.“
Als weitere mögliche Beispiele für ein attraktives Schnellbus-System im Kreis Unna nennen die Sozialdemokraten die Strecken von Werne über Kamen nach Unna, von Bergkamen nach Kamen und Unna oder von Fröndenberg und Schwerte nach Unna und weiter in den Norden. „Schnellbusse könnten auch den Ein-Stunden-Takt zu einem 30-Minuten-Takt auf bestimmten Strecken verdichten. Dies beträfe vor allem die Verbindung von Selm nach Lünen und von Unna nach Fröndenberg“, ergänzt Jens Hebebrand. Er sagt aber auch: „Zu einem gut sortierten und vom Kunden aus gedachten und konzipierten Schnellbus-System gehören ebenfalls die Ebenen darunter mit den Regional- und Stadtverbindungen.“

Im Rahmen ihrer dreitägigen Haushaltsklausur im November haben sich die Sozialdemokraten intensiv mit dem Thema Mobilität beschäftigt. „Nur Lippenbekenntnisse helfen uns bei der Verkehrswende nicht weiter. Wir brauchen schnelle, sichere und zuverlässige Verbindungen im Alltag, die die Menschen auf Dauer überzeugen“, so Brigitte Cziehso. Dabei stellt sie klar: „Es geht hier nicht darum, das Auto zu verteufeln. Es geht vielmehr um die entscheidenden Fragen, wie wir Menschen wieder mehr Lebenszeit gewinnen, indem wir nicht ständig im Stau stehen. Wie wir unsere Umwelt entlasten. Wie wir Lebensräume zurückgewinnen, die in der Vergangenheit allzu oft als autogerecht geplant worden sind. Hier müssen wir die richtigen Antworten finden. Das ist eine große Herausforderung.“

Bildlegende:
Jens Hebebrandt, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion

 

 

 

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